sind häufige Beschwerden,
über die viele Frauen zu klagen haben. Jede fünfte Frau, die wegen
Unterbauchbeschwerden die Arztpraxis aufsucht, leidet an einer Infektion.
Doch nicht hinter jedem Ausfluss steckt auch eine Entzündung.
So haben junge Frauen in der
Pubertät vermehrten Ausfluss (Fluor albus), der auf die veränderte
hormonelle Situation zurück zu führen ist. Auch unter anderen neuen
hormonellen Bedingungen (Pilleneinnahme, Schwangerschaft) kann sich der
Ausfluss verändern. Das ist ganz natürlich und normal.
Die Scheidenhaut wird von
einer Vielzahl von Mikroorganismen besiedelt. Unter dem Einfluss von
Milchsäurebakterien (Lactobakterien) wird ein saures Milieu in der Vagina
erzeugt , das bei einem pH-Wert von etwa 4,5 vor sogenannten
"aufsteigenden" Infektionen der Gebärmutter oder den Eierstöcken schützt.
Die Lactobakterien sind üblicherweise in ausreichend hoher Zahl vorhanden
und halten die anderen Mikroorganismen im Zaum.
Wenn die Milchsäurebakterien
an der Säureproduktion gehemmt werden oder das saure Milieu sich aus
anderem Grund ändert, gerät die Symbiose der Zellen in eine Imbalance.
Wenn dann auch noch Krankheitszeichen hinzu kommen, sprechen wir von einer
Infektion.
Im Grunde genommen gibt es
zwei Infektionsquellen, die Selbstinfektion durch Keime, die die Scheide
bereits besiedelt haben, und die Ansteckung z.B. beim Geschlechtsverkehr
oder anderen Ansteckungsorten. Auch wenn einige Genitalkeime sexuell
übertragen werden können, sollte man solche Infektionen nicht als moderne
Geschlechtskrankheiten bezeichnen. Denn auch ohne sexuellen Kontakt kann
man sich damit anstecken.
Wie kann man sich
schützen?
Bei anhaltendem Ausfluss und
insbesondere weiteren Beschwerden sollte frau die Frauenarztpraxis
aufsuchen. Dort wird der Fluor mikroskopisch untersucht, gegebenenfalls
werden Zellkulturen angelegt oder weitere serologische Untersuchungen
durchgeführt. Ziel ist es, eine möglichst effektive Therapie der
Beschwerden zu finden. Dennoch gibt es
Möglichkeiten, einer Vaginalinfektion vorzubeugen:
Pilze mögen Süßes. Wer zu
Pilzinfektionen neigt, sollte auf auf zuviel Süßigkeiten verzichten. Pilze
lieben feuchtwarmes Milieu. Vermeiden Sie deshalb Wäsche aus synthetischem
Material oder Slip-Einlagen mit Wäscheschutz aus Plastikfolie.
Benutzen Sie für den
Intimbereich pH-neutrale Seifen. Ihre Hände sind übrigens sauberer als ein
Waschlappen voller Keime.
Pilze und andere Keime
"wandern" vom Darm aus in die Scheide. Deshalb sollte frau sich nach dem
Gang zur Toilette stets nur von vorne nach hinten abputzen.
Wechselnde Partnerschaften
und einige sexuelle Praktiken begünstigen vaginale Infektionen. Kondome
schützen.
Wenn Sie eine Infektion
haben, sollten Sie eher Vorlagen als Tampons benutzen.
Unterstützen Sie bei
Veranlagung zu Vaginalinfektionen Ihre Milchsäurebakterien durch geeignete
Scheidenzäpfchen aus der Apotheke (Milchsäure-Präparate). Bei Aversion
gegen Chemie tut’s auch ein Tampon mit Naturyoghurt.
Nutzen Sie auch in der
Ernährung keimhemmende Substanzen von Pflanzen (Zwiebeln, Knoblauch,
Preiselbeersaft).
Haben Sie eine vaginale
Infektion, sprechen Sie darüber mit dem Partner, damit auch er sich
gegebenenfalls behandeln kann und Sie nicht wieder ansteckt.
In mit Ozon desinfiziertem
oder gechlortem Wasser öffentlicher Bäder kann man sich nicht infizieren,
auch nicht in der Hitze einer Sauna oder eines Dampfbades. Im warmen
unbehandelten Wasser eines Whirlpools dagegen wachsen Keime hervorragend,
ebenso auf Holz- oder Kunststoffbänken im Schwimmbad, auf denen Sie mit
nasser Kleidung nicht sitzen sollten.
Gehen Sie lieber einmal
zuviel in die Frauenarztpraxis. Verschleppte Infektionen können Sterilität
zur Folge haben.