Frauenarzt-Praxis Berlin Mitte

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  Dr. med. Achim Passloer

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Blasenprobleme und Inkontinenz

Häufiges Wasserlassen, ungewollter Urinabgang, Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, Ziehen in der Harnblase sind typische Zeichen für Erkrankungen der Harnblase oder ihrer Umgebung. Aus anatomischen und funktionellen Gründen sind Frauen besonders anfällig für Blasenprobleme.

 

Die Harnblase sammelt den Urin und die darin gelösten "Giftstoffe", die die Nieren ständig aus dem Blut ausfiltern. Etwa 1,5 Liter Urin werden täglich produziert und ausgeschieden. Der Abfluss geschieht über die Harnröhre, die bei der Frau mit höchstens 4 cm ausgesprochen kurz ist und eng benachbart ist zur Vagina und zum Darmausgang. Sowohl in der Scheide als auch im Darm finden sich zahlreiche Bakterien und potenzielle Krankheitserreger.

 

Die Harnblase ist ein Hohlorgan. Sie ist - wie alle Hohlorgane - mit Schleimhaut ausgekleidet. Die Blasenwand besteht aus sehr dehnbarer Muskulatur. Auch bei zunehmendem Füllungszustand der Harnblase steigt der Innendruck nicht an. Am Blasenausgang verschließen Muskelfasern die Harnröhre.

 

Die Harnblase wird vom Beckenboden getragen, der dafür sorgt, dass der Blasenboden und die Harnröhre in einem optimalen Winkel zueinander stehen. Diesen Winkel hat einen erheblichen Einfluss auf den Blasenverschluss. In der Blasenwand befinden sich Rezeptoren (Fühler), die über das vegetative Nervensystem den Dehnungszustand der Harnblase messen und über Reflexbögen im Rückenmark und im Gehirn regeln. Wird ein bestimmter Schwellenwert des Füllungszustands erreicht, Ziehen sich die Muskelfasern der Blasenwand zusammen und erhöhen den Innendruck. Harndrang entsteht. Doch noch ist der Abfluss verschlossen.

 

Bis hierher unterliegt die Blasenfunktion nicht unserem Einfluss. Erst die willkürliche Entspannung des Schließmuskels und des Beckenbodens führt zum erwünschten Wasserlassen und damit zur Erleichterung. Daraus ergeben sich auch schon die häufigsten Gründe für Blasenprobleme bei der Frau: Die kurze Harnröhre und ihre Öffnung in der Nähe von Scheide und Darm begünstigen Harnwegsentzündungen. Schwangerschaften, Geburten und Östrogenmangel nach den Wechseljahren verändern die Anatomie des Beckenbodens und können zur Harninkontinenz (Blasenschwäche) führen. Allerdings gibt es noch andere Ursachen der Harninkontinenz - nerval, medikamentös oder psychisch bedingte.

 

 

Entzündungen der Harnblase

 

Brennen beim Wasserlassen, Ziehen in der Blase und das Gefühl, ständig zur Toilette laufen zu müssen, sind untrügliche Zeichen für einer Blasenentzündung (Urocystitis). Wegen der Nähe der Harnröhrenöffnung zu Scheide und Darm gelangen Bakterien aus Darm und Vagina leicht in die Harnblase.

 

Oft besiedeln die Krankheitskeime nur die Schleimhaut, die unter Östrogeneinfluss gut geschützt ist. Mitunter dringen sie aber auch in die Blasenwand ein und können Blutungen verursachen. Wir sprechen dann von einer hämorrhagischen Cystitis.

 

Blasenentzündungen können auch durch Geschlechtsverkehr verursacht werden ("Flitterwochencystitis"). Da die Scheide normalerweise auch von anderen als den Milchsäurebakterien besiedelt ist, kommt es durch Geschlechtsverkehr geradezu zum Einmassieren der Keime in die Harnröhre.

 

Unterkühlung begünstigt Harnwegsinfektionen ebenfalls, da die Abwehrmechanismen geschwächt sind und die Schleimhaut weniger durchblutet wird.

 

Frauen in und nach den Wechseljahren haben ein besonderes Handicap. Bei ihnen mangelt es an Östrogenen, die die Schleimhäute der Blase und der Harnröhre schützen. Außerdem fehlt es ihnen deshalb auch an Milchsäurebakterien in der Scheide. Sie haben häufig eine bakterielle Fehlbesiedelung der Scheide. Pathogene (krankmachende) Keime können sich leichter ansiedeln und so in die Blase gelangen.

 

Schwere Blasenentzündungen bergen die Gefahr, dass die Keime über die Harnleiter in die Nieren aufsteigen und Nierenbeckenentzündungen verursachen. Bei Schwangeren können sie auch reflektorisch vorzeitige Wehen mit der Gefahr von Fehl- und Frühgeburten auslösen.

 

Die Interstitielle Cystitis ist ebenfalls eine Blasenentzündung allerdings ohne Nachweis von Bakterien. Sie verursacht Schmerzen, die unerträglich werden können. Die Patienten haben ständigen Harndrang. Dahinter steckt mutmaßlich eine Immunreaktion gegen das Blasengewebe. Leider gibt es dagegen bisher noch keine sicher erfolgreiche Behandlung.

Die sogenannte Reizblase täuscht durch ähnliche Beschwerden eine Blaseninfektion vor. Sie gehört aber eher in die Gruppe der Inkontinenz-Erkrankungen. Auch funktionelle oder psychovegetative Erkrankungen können Blasenprobleme verursachen, die der Blasentzündung ähnlich sind.

 

 

Behandlung und Vorbeugung

 

Der Verdacht auf eine Blaseninfektion sollte Sie zu einem Arztbesuch veranlassen. Die notwendigen Untersuchungen sind problemlos und nicht schmerzhaft.

 

Auf jeden Fall muss der Urin untersucht werden. Er muss natürlich möglichst sauber gewonnen werden um Verunreinigungen zu vermeiden. Wir nennen es Mittelstrahlurin: die erste Fraktion wird nicht aufgefangen. Erst wenn die Blase teilweise entleert wurde, wird der Becker in den Harnstrahl gehalten. Bei hartnäckigen Beschwerden kann auch einmal erforderlich sein, den Urin per Katheter unmittelbar aus der Blase zu gewinnen.

 

Der Urin wird mit Teststreifen und unter dem Mikroskop untersucht. In problematischen Fällen erfolgt auch die Keim- und Keimzahlbestimmung und die Austestung der Sensibilität auf geeignete Antibiotika.

 

Eine heftige Blasenentzündung wird mit Antibiotika behandelt. Oft reicht schon die Ein-Tages-Dosis eines einfachen Antibiotikums. Hartnäckige Harnwegsinfekte, besonders wenn es bereits zur Nierenbeckenentzündung gekommen ist, erfordern eine gezielte und mehrtägige antibiotische Therapie.

 

"Einfache" entzündliche Reizungen der Harnblase müssen aber nicht immer mit der "chemischen Keule" angegangen werden. Vielmehr unterstützt reichliche Spülung der Nieren und der Harnblase mit Tees oder Fruchtsäften die Selbstheilung des Körpers.

 

Frauen, die zu häufigen Blasenproblemen neigen, können auch vorbeugend etwas tun:

 

  • Intimhygiene (nach dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten abwischen)

  • Nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren

  • Unterkühlung vermeiden und für warme Füße sorgen

  • Eventuell Hormontherapie nach den Wechseljahren

  • Naturheilkundliche Mittel

 

Gerade die Naturheilkunde bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Abwehrkräfte des Körpers auf natürlichem Weg positiv zu beeinflussen.

 

 

 

 

 

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