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Dr. med. Achim
Passloer
Isabell Kruse
Partner
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Die Wechseljahre (Klimakterium) Am Ende der reproduktiven Phase, wie Mediziner die Zeit der Geschlechtsreife bezeichnen, steht ein hormoneller Wechsel im Leben der Frau, die Wechseljahre. Ähnlich wie die hormonelle Entwicklung in der Pubertät verändert sich der weibliche Zyklus, diesmal in umgekehrter Reihenfolge.
Die Ovarien (Eierstöcke) begannen in jungen Jahren unter dem Einfluss der Hormone des Zwischenhirns und der Hirnanhangdrüse mit der Bildung von Östrogenen bei der Eizellreifung. Später kam es zur Ovulation und zur Bildung des zweiten wichtigen Eierstockhormons, dem Progesteron.
Zunächst noch unsichtbar kommt es nach dem ungefähr 45. Lebensjahr zur Rückbildung dieser Funktionen. Mit zunehmendem Alter erlischt die Fähigkeit der Ovarien, Eizellen heranreifen zu lassen. Es kommt zu so genannten anovulatorischen Zyklen, Menstruationszyklen also, in denen kein Eisprung stattfindet. Der Übergang ist nicht abrupt, sondern vollzieht sich über Jahre. Als Folge der zunächst immer häufigeren anovulatorischen Zyklen sinkt die Progesteronproduktion.
Die Hirnanhangdrüse reagiert daraufhin mit vermehrter Bildung des Follikel stimulierenden Hormons (FSH), um die Follikelreifung anzuregen – leider erfolglos. Nach einigen Jahren versiegt deshalb auch die FSH-Bildung. Die Eierstöcke stellen die Östrogen-Synthese ein und es kommt – nach mehr oder weniger unregelmäßigen Zyklen - zur letzten Regelblutung, der Menopause.
Die Zeit der hormonellen Umstellung ist natürlich nicht ohne Auswirkung auf Körper und Psyche. Viele Frauen, man schätzt die Zahl auf fast 80 %, spüren Wechseljahrsbeschwerden in unterschiedlichem Ausmaß. Dazu gehören Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen, nachlassende Konzentrations- und Merkfähigkeit oder allgemeines Nachlassen der körperlichen und geistigen Vitalität.
Hinzu kommen weitere körperliche Auswirkungen des Hormonmangels, der zur Osteoporose („Knochenschwund“), Veränderungen der Haut und auch zur Harninkontinenz führen kann.
In Fällen, in denen die Beschwerden über das Stadium, lästig zu sein, hinausgehen, sollte an eine Behandlung gedacht werden. Daneben gibt es einige Maßnahmen, die jede Frau persönlich aufgreifen kann und sollte, um ihre körperliche und geistige Aktivität möglichst lange aufrecht zu erhalten.
Allerdings lassen sich nicht alle Beschwerden mit einer alleinigen klimakterischen Ursache erklären. Denn einige der Beschwerden können auch andere Ursachen haben, die behandlungsbedürftig sind.
Hormontherapie Die Wechseljahre sind
gekennzeichnet durch die hormonelle Umstellung oder besser durch den Mangel
an Östrogenen und Gestagenen. Es ist selbstverständlich, einen Hormonmangel
durch Hormongabe zu beheben. Dies geschieht beispielsweise bei Diabetes oder
Schilddrüsenunterfunktion. Deshalb schien es nur konsequent, den Beschwerden
der Wechseljahre mit einer so genannten "Hormonersatztherapie"
zumindest zeitweise entgegenzuwirken. Das Altern des Körpers sollte sich mit
der Hormonersatztherapie zwar nicht aufhalten, aber verlangsamen lassen. Heute ist man diesbezüglich
deutlich zurückhaltender und spricht von einer "Hormontherapie".
Die Hormontherapie muss auf die Frau individuell abgestimmt werden. So
empfiehlt sich bei jüngeren Frauen ein Sequenzpräparat, das den Zyklus der
Frau nachahmt. Unter einer solchen Behandlung kommt es weiter zu zyklischen
Blutungen. Später empfehlen sich andere Östrogen-Gestagen-Kombinationen. Bei
Frauen, bei denen zuvor aus welchem Grund auch immer die Gebärmutter entfernt
wurde, ist die alleinige Gabe von Östrogenen (Mono-Therapie) angeraten. Ihre
Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt wird gemeinsam mit Ihnen die für Sie
optimale Therapieform finden. Grundsätzlich profitiert die
Frau durch Einnahme natürlicher Östrogene, die Beschwerden in den
Wechseljahren und gesundheitliche Risiken im Alter mindern. Trotzdem gibt es
immer wieder Fragen zur Hormontherapie im Klimakterium, die aus Unsicherheit
entstehen. Deshalb hier zwei Aspekte: 1. Machen Östrogene dick? Ein klares Nein! Mit zunehmendem
Alter verändert sich der Stoffwechsel. Der Grundumsatz sinkt unter
Östrogenmangel und der tägliche Energiebedarf wird geringer. Wenn frau ihr
Essverhalten nicht der veränderten Körpersituation anpasst, nimmt sie zu. Die
Hormontherapie würde daher zumindest theoretisch eher das Gegenteil bewirken. 2. Können Östrogene Krebs
auslösen? Es scheint erwiesen, dass Frauen
nach einer länger durchgeführten Hormontherapie mit Kombinationen von
Östrogenen und Gestagenen weniger häufig an einem Krebs der
Gebärmutterschleimhaut (Endometriumcarcinom) erkranken. Dagegen wissen wir
heute aber auch, dass eine langfristige Hormonersatztherapie über mehr als
fünf bis zehn Jahre das Brustkrebs-Risiko um bis zu 8% steigern kann.
Allerdings, so wird häufig entgegen gehalten, werde Brustkrebs bei Frauen
unter Hormontherapie früher entdeckt und sei deshalb besser zu behandeln. Die Hormontherapie schien
unbestritten viele Vorteile im Hinblick auf Erkrankungen der
Herz-Kreislauf-Organe und des Skelett-Systems zu haben. Das wird heute
differenzierter gesehen. Deshalb ist gerade auch bezüglich der Frage nach dem
Brustkrebs das Gespräch mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt
sinnvoll, um Ihr persönliches Risiko beispielsweise wegen familiärer
Belastung zu diskutieren. Sie können viel für sich selbst
tun. Unabhängig davon, ob Sie eine
Behandlung der Beschwerden in und nach den Wechseljahren benötigen, sollten
Sie auch einfache Maßnahmen zur Vorbeugung gegen altersbedingte Veränderungen
ergreifen. Solche vorbeugende Maßnahmen erhalten die geistige Beweglichkeit
und die körperliche Vitalität auch nach den Wechseljahren. Sie schützen
besonders vor Osteoporose, Herz- und Kreislauferkrankungen. Vor der Menopause
schützen die weiblichen Geschlechtshormone die Frauen vor Gefäßerkrankungen.
Nach der Menopause liegt das Risiko der Frauen fast ebenso hoch wie das der
Männer. Positiv Denken Wer rastet, der rostet: Das gilt
für Körper und Geist. Entdecken Sie die Welt neu, denn jetzt die richtige
Zeit dafür, ein neuer Lebensabschnitt. Sie haben viele Möglichkeiten, etwas
für sich zu tun und sich dabei in guter körperlicher und seelischer
Verfassung zu halten. Tun Sie, was Ihnen Spaß macht. Gehen Sie Ihrem Hobby,
Ihren Interessen und Neigungen nach oder geben Sie Ihrem Leben neue Inhalte,
die den alltäglichen Trott vergessen lassen. Bewegung Bewegung sorgt für eine bessere
Durchblutung und regt die Funktion aller wichtigen Organe an. Gymnastik ist
besonders wichtig für eine straffe Bauch- und Beckenmuskulatur. Bewegung
trainiert die Muskulatur und stabilisiert den Knochen. Das gilt zwar für
jedes Alter, für das höhere aber umso mehr. Alltagsbeschwerden treten bei
Lust an der Bewegung, Beweglichkeit und Wohlbefinden setzen ein. Ernährung Ihrer Ernährung sollten Sie jetzt besondere Aufmerksamkeit schenken. Sie sollte ausgewogen und auf Ihre neue körperliche Situation zugeschnitten sein. Viel Salat und Gemüse sollten auf den Tisch kommen und wenig Fett, vor allem wenig tierische Fette. Für den Knochenstoffwechsel ist es sinnvoll, Milch und Milchprodukte auf den Speiseplan zu setzen, weil sie ein hervorragende Kalzium-Lieferanten sind. Kalzium wird für den Knochenstoffwechsel dringend benötigt. An Spurenelementen, wie Zink, Selen und anderen, fehlt es im Alter oft. Wer nicht sicher ist, dass die gewohnte Ernährung abwechslungsreich genug ist, sollte mit der Ärztin oder dem Arzt über eine sinnvolle Nahrungsergänzung sprechen. |
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