Ungefähr jede vierte
Frau nach den Wechseljahren und etwa die Hälfte der Frauen und Männer über
75 Jahre leiden derzeit an Osteoporose (Knochenschwund). Neben den
klassischen Risikofaktoren, wie Calcium-, Vitamin D-, Östrogen- und
Bewegungsmangel, wird in letzter Zeit zunehmend die Rolle des Vitamin K
bei der Entstehung von Osteoporose diskutiert. In den Referenzwerten für
die Nährstoffzufuhr die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
gemeinsam mit der Österreichischen und den Schweizerischen Gesellschaft
für Ernährung herausgegeben hat, wird von einer krankheitsvorbeugenden
Wirkung von Vitamin K ausgegangen. Vitamin K ist an der Bildung von
Osteocalcin, einem wichtigen Moderator der Knochenbildung, beteiligt. Es
erhöht die Knochenfestigkeit und vermindert somit das Risiko für
Knochenbrüche. Gemüse, Milchprodukte und Geflügelfleisch sind gute Quellen
für Vitamin K. Wer sich vollwertig ernährt, kann eine ausreichende Zufuhr
an Vitamin K problemlos erreichen.
Osteoporose ist eine Krankheit, die mit einem übermäßigem Abbau von
Knochengewebe einhergeht. Dadurch verliert der Knochen an Stabilität und
Elastizität und es kann leicht zu Brüchen kommen. Betroffen sind vor allem
Frauen nach der Menopause. So hat die hormonelle Umstellung in dieser
Lebensphase einen wesentlichen Einfluss auf die Erkrankung. Aber auch bei
Männern kann es zu einer Verringerung der Knochensubstanz kommen.
Begünstigt wird die Krankheit durch Fehl- und Mangelernährung wie eine
Unterversorgung mit Calcium, Vitamin K und Vitamin D, Hormonmangel,
Vererbung sowie Bewegungsmangel.
Vitamin K ist ein
fettlösliches Vitamin, das zur Bildung zahlreicher Substanzen im Körper
benötigt wird. Neben dem Blutgerinnungssystem ist Vitamin K auch wichtig
für den Knochenstoffwechsel. So spielt Vitamin K eine aktive Rolle bei der
Entwicklung der Knochenfestigkeit. Laut der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung e.V. (DGE) sollen wenigsten 60-70 µg Vitamin K von Jugendlichen
zwischen 15 und 19 Jahren und 60-80 µg von Erwachsenen zugeführt werden.
Gemüse, vor allem grünes Gemüse und Kohlgemüse, ist ein sehr guter
Lieferant für Vitamin K. So liefert zum Beispiel Blumenkohl 300 µg,
Rosenkohl 570 µg und Broccoli 130 µg Vitamin K pro 100 g.
Vor allem Calcium spielt
ein wichtige Rolle bei der Vorbeugung gegen Osteoporose. Calcium wird in
den Knochen eingebaut und ist zusammen mit anderen Mineralien, wie zum
Beispiel Phosphat, für dessen Festigkeit und Widerstandsfähigkeit
verantwortlich. Daneben wird Calcium zur Blutgerinnung und zur
Reizübertragung im Nervensystem benötigt. Die DGE empfiehlt Jugendlichen
zwischen 13 und 18 Jahren täglich 1000 bis 1200 mg Calcium, und
Erwachsenen täglich 1000 mg Calcium aufzunehmen. Mit einer entsprechenden
Calciumzufuhr wird ein ausreichender Mineralstoffgehalt im Knochen
erreicht. Milch- und Milchprodukte sind besonders reich an Calcium. So
liefert ein Glas (0,2 Liter) Milch 240 Milligramm Calcium.
Tipps der DGE zum
Schutz vor Osteoporose:
Achten Sie auf eine calciumreiche Ernährung. Besonders viel und gut
verwertbares Calcium liefern Milch- und Milchprodukte.
Essen Sie regelmäßig
calciumreiches Gemüse (Fenchel, Grünkohl, Brokkoli) und Obst (Brombeeren,
Johannisbeeren, Himbeeren). Auch bestimmte Getränke, wie calciumreiches
Mineralwasser können als Calciumquelle dienen.
Essen Sie mehrere
calciumhaltige Mahlzeiten über den Tag verteilt. Auf diese Weise wird die
Ausnutzung von Calcium aus dem Verdauungstrakt verbessert.
Achten Sie insbesondere
auf eine calciumhaltige Spätmahlzeit. Essen Sie am Spätabend statt Chips,
Nüsse oder Süßigkeiten beispielsweise einen fettarmen Joghurt. Dadurch
können Knochenabbauprozesse in der Nacht vermindert werden.
Trinken Sie nur mäßig Kaffee. Mehr als 4 Tassen täglich steigern die
Calciumausscheidung aus der Niere. Negativ auf die Calciumversorgung
wirken sich auch oxalsäurereiche Lebensmittel aus. Verzichten Sie auf den
häufigen Genuss von Rhabarber, Spinat und schwarzen Tee.
Achten Sie auf eine
ausreichende Aufnahme an Vitamin K. Beste Grundlage hierfür ist eine
ausgewogene und vollwertige Ernährung. Vitamin K liefern vor allem grünes
Gemüse, Milch- und Milchprodukte, Muskelfleisch, Getreide und Früchte.
Bewegen Sie sich ausreichend, wenn möglich im Freien. Durch Bewegung wird
der Knochenaufbau stimuliert. Im Freien kann der Körper zudem UV-Licht der
Sonne aufnehmen, das die Bildung von Vitamin D anregt. Vitamin D ist für
die Calciumaufnahme in den Knochen von Bedeutung.
Wenig Speisesalz nach
den Wechseljahren.
Nach den Wechseljahren
sollten Frauen mit hohem Osteoporose-Risiko Speisesalz nur sehr sparsam
verwenden. Das Salz bewirkt, dass über die Nieren vermehrt das für die
Knochenfestigkeit wichtige Kalzium ausgeschieden wird.
Auf Grund der hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren steigt bei
vielen Frauen das Risiko für Osteoporose. Die zunehmende Brüchigkeit der
Knochen entsteht durch eine verstärkte Auslagerung von Kalzium aus dem
Skelett. Sowohl bei jungen als auch bei älteren Frauen führt nach Angaben
der Experten ein hoher Verzehr von Kochsalz zu einer vermehrten
Ausscheidung von Kalzium über den Urin.
Bei jungen Frauen werden diese Verluste durch verschiedene
Anpassungsmechanismus wieder ausgeglichen. Warum bei Frauen nach den
Wechseljahren dieser Ausgleich nicht mehr funktioniert, ist noch nicht
bekannt. Körperliche Betätigung ist aber immer wichtig. Mediziner raten
deshalb älteren Frauen, sich ausreichend zu bewegen.