Prämenstruelles
Syndrom (PMS)
Das Prämenstruelle Syndrom (PMS)
hat zahlreiche psychische oder körperliche Symptome. Häufig betrifft es
Frauen zwischen 30 und 40 Jahren. Anschliessend werden die Beschwerden
meistens geringer, nach den Wechseljahren sind sie naturgemäss nicht mehr
vorhanden.
Zu den körperlichen
Beschwerden zählen:
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Kopfschmerzen, Migräne und andere Schmerzzustände
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Wassereinlagerungen - vor allem in den Beinen - und Gewichtszunahme
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Häufiger Harndrang
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Schmerzhafte Brüste und sehr sensible Brustwarzen
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Herzbeschwerden und Schwindel
-
Schlafstörungen
Die
Psyche spielt auch verrückt. So zeigen PMS-Frauen mehr oder weniger
ausgeprägt:
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Ängstliche oder depressive Verstimmung
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mit
typischen Symptomen wie innere Unruhe, Weinerlichkeit oder unbegründete
Traurigkeit, Verlassenheitsgefühl und Stimmungsschwankungen
-
aber
auch Reizbarkeit und und feindliches Verhalten
Mitunter
zeigen Frauen, die an PMS leiden möglicherweise auch verschiedenste andere
Verhaltensauffälligkeiten, wie:
Natürlich lassen sich nicht alle PMS-Frauen in dieses Schema pressen. Dazu
ist das Prämenstruelle Syndrom zu vielgesichtig. Typisch ist aber, dass
die Symptome in verschiedensten Ausprägungsgraden wenige Tage vor der
Menstruationsblutung einsetzen und nach deren Eintritt rasch wieder
verschwinden. Sie können aber auch schon ab dem Eisprung, also zur
Zyklusmitte, beginnen und sich langsam steigern. Diese Frauen sind
besonders hart getroffen, da sich damit insgesamt und auf die Jahre
gerechnet die Hälfte ihres geschlechtsreifen Lebens negativ darstellt. Das
hilft natürlich nicht, aus den allmonatlich wiederkehrenden Stimmungstiefs
heraus zu kommen.
Bei jeder Frau, die unter
dem Prämenstruellen Syndrom leidet, und deren Umgebung darunter leidet,
auch das sollten wir nicht vergessen, kann es andere Ursachen Ihrer
Beschwerden geben. Leider können sich diese Ursachen gegenseitig ergänzen
oder sogar potenzieren.
Die rein medizinische
Erklärung ist ein relativer Progesteronmangel bei einem relativen
Östrogenüberschuss. Daraus lassen sich zum Beispiel die Brustbeschwerden
erklären. Allerdings finden wir bei PMS-Patientinnen oft auch abweichende
Normwerte des Prolaktins, des Aldosterons, des Insulins und der
Schilddrüsenhormone. Daraus könnte man ableiten, dass es fehlerhafte
Kreisläufe im hormonellen System gibt. Zumindest könnten diese Faktoren
die Wassereinlagerung im Gewebe erklären.
Andererseits lassen sich
Reizbarkeit und andere depressive Verstimmungszustände sehr leicht mit dem
relativen Gestagendefizit erklären, da Progesteron im Gehirn eine
stimmungsaufhellende Wirkung hat, aber eben fehlt.
Wir wissen aber auch, dass
Töchter von PMS-Patientinnen häufiger an PMS leiden als andere. Unabhänhig
von einer "vererbten" Übertragung des PMS sollte man deshalb auch nicht
eine "erlernte" Übernahme der Beschwerden vergessen.
Um die Wassereinlagerung im
Gewebe zu verhindern lohnt sich der Versuch, weniger Speisesalz zu
verwenden. Unter Umständen helfen auch sanft entwässernde Tees (z.B.
Brennesseltee).
In neuerer Zeit entwickelte
orale Ovulationshemmer (z.B. Yasmin oder Petibelle) können die Einlagerung
von Wasser ebenfalls reduzieren, weil ihr Gestagenanteil die Wirkung des
Aldosterons in den Nieren hemmen und so die Rückresorption von Salzen und
Wasser verhindern.
Versuche, den relativen
Progesteronmangel durch Gabe von Gestagenen zu beheben, sind auf Dauer
wenig erfolgreich. Bei Einnahme wird Progesteron schnell in der Leber
abgebaut. Therapieversuche mit gestagenhaltigen Vaginaltabletten werden
wegen der eheblichen Schmiererei ungerne toleriert.
Am ehesten wirken Präparate
aus Agnus castus (Mönchspfeffer). Agnus castus Extrakte greifen durch
Dopamin-ähnliche Wirkung in die Prolaktinsynthese des Körpers ein und
beeinflussen so auch die Progesteronsynthese positiv.