Frauenarzt-Praxis Berlin Mitte

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  Dr. med. Achim Passloer

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Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) hat zahlreiche psychische oder körperliche Symptome. Häufig betrifft es Frauen zwischen 30 und 40 Jahren. Anschliessend werden die Beschwerden meistens geringer, nach den Wechseljahren sind sie naturgemäss nicht mehr vorhanden.

 

Zu den körperlichen Beschwerden zählen:

  • Kopfschmerzen, Migräne und andere Schmerzzustände

  • Wassereinlagerungen - vor allem in den Beinen - und Gewichtszunahme

  • Häufiger Harndrang

  • Schmerzhafte Brüste und sehr sensible Brustwarzen

  • Herzbeschwerden und Schwindel

  • Schlafstörungen

 

Die Psyche spielt auch verrückt. So zeigen PMS-Frauen mehr oder weniger ausgeprägt:

  • Ängstliche oder depressive Verstimmung

  • mit typischen Symptomen wie innere Unruhe, Weinerlichkeit oder unbegründete Traurigkeit, Verlassenheitsgefühl und Stimmungsschwankungen

  • aber auch Reizbarkeit und und feindliches Verhalten

 

Mitunter zeigen Frauen, die an PMS leiden möglicherweise auch verschiedenste andere Verhaltensauffälligkeiten, wie:

  • Verändertes oder abnormes Essverhalten

  • Exzessives Verhalten unter Umständen auch mit Meidung sozialer Kontakte

 

Natürlich lassen sich nicht alle PMS-Frauen in dieses Schema pressen. Dazu ist das Prämenstruelle Syndrom zu vielgesichtig. Typisch ist aber, dass die Symptome in verschiedensten Ausprägungsgraden wenige Tage vor der Menstruationsblutung einsetzen und nach deren Eintritt rasch wieder verschwinden. Sie können aber auch schon ab dem Eisprung, also zur Zyklusmitte, beginnen und sich langsam steigern. Diese Frauen sind besonders hart getroffen, da sich damit insgesamt und auf die Jahre gerechnet die Hälfte ihres geschlechtsreifen Lebens negativ darstellt. Das hilft natürlich nicht, aus den allmonatlich wiederkehrenden Stimmungstiefs heraus zu kommen.

 

Bei jeder Frau, die unter dem Prämenstruellen Syndrom leidet, und deren Umgebung darunter leidet, auch das sollten wir nicht vergessen, kann es andere Ursachen Ihrer Beschwerden geben. Leider können sich diese Ursachen gegenseitig ergänzen oder sogar potenzieren.

 

Die rein medizinische Erklärung ist ein relativer Progesteronmangel bei einem relativen Östrogenüberschuss. Daraus lassen sich zum Beispiel die Brustbeschwerden erklären. Allerdings finden wir bei PMS-Patientinnen oft auch abweichende Normwerte des Prolaktins, des Aldosterons, des Insulins und der Schilddrüsenhormone. Daraus könnte man ableiten, dass es fehlerhafte Kreisläufe im hormonellen System gibt. Zumindest könnten diese Faktoren die Wassereinlagerung im Gewebe erklären.

 

Andererseits lassen sich Reizbarkeit und andere depressive Verstimmungszustände sehr leicht mit dem relativen Gestagendefizit erklären, da Progesteron im Gehirn eine stimmungsaufhellende Wirkung hat, aber eben fehlt.

 

Wir wissen aber auch, dass Töchter von PMS-Patientinnen häufiger an PMS leiden als andere. Unabhänhig von einer "vererbten" Übertragung des PMS sollte man deshalb auch nicht eine "erlernte" Übernahme der Beschwerden vergessen.

 

Um die Wassereinlagerung im Gewebe zu verhindern lohnt sich der Versuch, weniger Speisesalz zu verwenden. Unter Umständen helfen auch sanft entwässernde Tees (z.B. Brennesseltee).

 

In neuerer Zeit entwickelte orale Ovulationshemmer (z.B. Yasmin oder Petibelle) können die Einlagerung von Wasser ebenfalls reduzieren, weil ihr Gestagenanteil die Wirkung des Aldosterons in den Nieren hemmen und so die Rückresorption von Salzen und Wasser verhindern.

 

Versuche, den relativen Progesteronmangel durch Gabe von Gestagenen zu beheben, sind auf Dauer wenig erfolgreich. Bei Einnahme wird Progesteron schnell in der Leber abgebaut. Therapieversuche mit gestagenhaltigen Vaginaltabletten werden wegen der eheblichen Schmiererei ungerne toleriert.

 

Am ehesten wirken Präparate aus Agnus castus (Mönchspfeffer). Agnus castus Extrakte greifen durch Dopamin-ähnliche Wirkung in die Prolaktinsynthese des Körpers ein und beeinflussen so auch die Progesteronsynthese positiv.

 

 

 

 

 

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