Chorionzottenbiopsie
Die Chorionzottenbiopsie kann
ab der 11. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Sie dient der
Gewinnung von kindlichen Zellen aus der frühen Plazenta, um sie auf chromosomale Auffälligkeiten zu untersuchen. Dabei werden Zellen des
Mutterkuchens mit einer dünnen Kanüle durch die Bauchdecke gewonnen.
Diese Untersuchung ist
besonders geeignet für Frauen mit einem hohen Altersrisiko, einer großen
Nackenfalte des Feten oder einer Erbkrankheit in der Familie. Das
Fehlgeburtsrisiko liegt bei etwa 1-2 %. Das liegt insbesondere daran, dass
so früh in der Schwangerschaft die "natürliche Fehlgeburtsrate" noch relativ
hoch ist.
Wenn die genannten hohen
Risiken für die Schwangere nicht zutreffen, aber eine Chromosomendiagnostik
gewünscht wird, wird statt der Chorionzottenbiopsie eine Amniozentese in der
15.-17. Schwangerschaftswoche empfohlen.
In beiden Untersuchungen werden Veränderungen der Chromosomen-Anzahl und
-Struktur erkannt. Bei besonderen Indikationen können zusätzliche
molekulargenetische und biochemische Analysen durchgeführt werden.
Durch einen unauffälligen Chromosomenbefund sind allerdings isolierte
körperliche Fehlbildungen, Veränderungen einzelner Gene oder Infektionen im
Mutterleib nicht ausgeschlossen. Eine detaillierte Ultraschalluntersuchung
in der 20.-22. Schwangerschaftswoche kann viele körperliche Fehlbildungen
erkennen lassen.