Frauenarzt-Praxis Berlin Mitte

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  Dr. med. Achim Passloer

  • Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Risikoabschätzung durch Pränataldiagnostik

Viele Eltern wünschen bereits vor der Geburt ihres Kindes von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt eine sichere Auskunft, ob wirklich alles in Ordnung ist. Grobe Auffälligkeiten in der Schwangerschaft festzustellen, dazu dient die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung. Mit modernen diagnostischen Verfahren, die nicht unbedingt zu den Routineuntersuchungen in der Schwangerenvorsorge gehören, wie zum Beispiel weiter führende Organuntersuchungen mit besonders hoch auflösenden Ultraschall-Geräten in der 3D- und 4D-Technik oder spezielle Untersuchungen in ausgewählten Labors, wie beim First-Trimester-Screening oder beim Triple-Test, kann das Risiko möglicher Fehlbildungen des Kindes bereits früh abgeschätzt werden.

Mit zunehmendem Alter der Mutter steigt das Risiko für Chromosomenstörungen, die beispielsweise zum Down-Syndrom (Trisomie 21) führen können. Bei einer 35-jährigen Frau beträgt dieses Risiko 1:348. Das bedeutet, dass von 348 35-jährigen Schwangeren eine Frau ein Kind mit Down-Syndrom bekommt. Andererseits darf nicht vergessen werden, dass ca. 90 Prozent aller geschädigter Kinder von Frauen geboren werden, die unter 35 Jahren alt sind.

Wie also ist Ihr individuelles Risiko zu berechnen?

Die heutigen Möglichkeiten, das Risiko jeder einzelnen werdenden Mutter zu berechnen, sind außerordentlich vielfältig. Einige Untersuchungen geben sogar Sicherheit. Dazu ist ein medizinisches und technisches Equipment auf hohem Niveau erforderlich. Für die Risikoabschätzung im ersten Trimester beispielsweise, in der SSW 11+3 bis 13+6, sind allerhöchste Qualitätsansprüche einzuhalten. Die Untersuchungen und die Untersucher unterliegen regelmäßigen Qualitätskontrollen. Deshalb sollten nur speziell ausgebildete und zertifizierte Frauenärzte und Laboratorien diese Untersuchungen durchführen. Mit einem abgestuften Gesamtkonzept erlaubt die vorgeburtliche Diagnostik heute in nahezu jedem Stadium der Schwangerschaft eine Aussage, wie es Ihrem Kind geht.

Ist das sinnvoll?

Die pränatale Medizin ist sinnvoll, wenn die frühzeitige Erkennung einer Gefahrensituation für Ihr Kind Konsequenzen haben kann. Heute gibt es nicht nur Möglichkeiten zur Untersuchung. Pränatalmedizin und Neonatologie haben vielfache Möglichkeiten der Therapie entwickelt. Die kombinierte Risikoabschätzung bietet deshalb ein hohes Maß an Sicherheit für Sie und Ihr Kind.

Halt, noch eines!

Vergessen Sie nie, dass Ihnen eine Risikoabschätzung nur eine statistische Zahl angibt. Ob Sie als Ergebnis solcher Berechnungen ein Risiko von 1:250 oder eines von 1:2500 haben, ist dann egal, wenn Sie die Eins sind.

Wenn Sie 100% Sicherheit wollen, kommen Sie um eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) mit ihrem Verlustrisiko von 1:200 nicht herum. Dann bekommen Sie allerdings 150% dessen, was Sie wissen wollen. Es hat keinen Sinn, mehr zu wissen, als man will. Ihr Kind hat eine Intimsphäre. Sie müssen nicht alles wissen, um z.B. wegen späterer Schulprobleme die Schuld auf den genetischen Code Ihres Kindes zu schieben und nicht auf Ihr Versagen als Mutter oder Vater.

Sie haben ein Recht auf Nicht-Wissen. Und jedes Kind hat ein Recht auf sein Leben. Das Leben kommt immer von vorne. Statistische Berechnungen ändern daran nichts.

 

 

 

 

 

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