Frauenarzt-Praxis Berlin Mitte

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  Dr. med. Achim Passloer

  • Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Die Schwangerschaft - Wie verändert sie meinen Körper?

Die Schwangerschaft ist die Zeit großer und rascher Veränderungen des Körpers. Doch nicht alle Veränderungen sind physiologisch.

Während der ersten 12 Schwangerschaftswochen stellt sich der Köper auf die Schwangerschaft ein. Die Schwangere wird oft etwas ruhiger, beklagt aber mitunter Übelkeit und ziehende Unterbauchschmerzen durch Dehnung der Mutterbänder. Bis zur 32. Schwangerschaftswoche fühlen sich die meisten Schwangeren am wohlsten, anschließend belastet das wachsende Kind manche Schwangere durch sein Gewicht und seine Größenzunahme. Die werdende Mutter fühlt sich zuweilen unbeweglicher.

Gewicht

Während der Schwangerschaft ist eine Gewichtszunahme von 10 - 12 kg normal. Dabei spielt das kindliche Gewicht eher eine untergeordnete Rolle. Vielmehr wiegen:

  • Wassereinlagerungen 1 bis 3½ kg
  • Fruchtwasser ½ bis 1 kg
  • Plazenta ½ kg
  • Gebärmutter 1 bis 1½ kg
  • neu gebildetes Blut 1 kg
  • neu gebildetes Gewebe (z.B. Fettgewebe) 2 kg

Das Kind wiegt in der 22. SSW erst 400 g, in der 28. SSW rund 800 g. Auch wenn man Zwillinge bekommt, sollte die mütterliche Gewichtszunahme nicht wesentlich höher liegen. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten sollten Sie möglichst gar nicht zunehmen, im zweiten Drittel können es bis zu 4 kg sein, im letzten Drittel dann noch einmal 6 - 8 kg. Eine Gewichtszunahme von mehr als 20 kg ist zumeist auf eine Überernährung oder eine fehlerhafte Zusammensetzung der Nahrung zurückzuführen.

Eine schnelle Gewichtszunahme von mehr als 2,5 kg in einer Woche kann Hinweis auf eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung sein. Kommt es zu einem Gewichtsstillstand oder zu einer Zunahme unter 8 kg kann das ebenfalls auf eine Erkrankung der Mutter, eine Mangelernährung oder eine kindliche Wachstumsverzögerung hinweisen.

Brust

In den Brüsten nimmt die Durchblutung zu, sie beginnen zu wachsen, erst werden sie nur praller, später dann auch größer, ist das Volumen zu groß erschöpft sich die Hautelastizität und die Brüste senken sich. Bei manchen Frauen schimmern jetzt die Blutgefäße durch. Es wird auch schon Milch gebildet, das Kolostrum (Vormilch). Warzenhof und Brustwarze werden dunkler.

Haut und Haare

Etwa ab dem vierten Monat kann es zu Pigmentflecken kommen, z.B. im Gesicht. An der Mitte des Bauchs zeigt sich eine dunkel pigmentierte Linie. Durch Wassereinlagerungen wird die Haut straffer und kann spannen. Bei der Dehnung der Bauchdecken bekommen etwa die Hälfte aller Schwangeren Schwangerschaftsstreifen, sie sind anfangs blaurot, nach der Entbindung werden sie weiß.

Die Haare wachsen schneller und sitzen jetzt fester in der Kopfhaut. Im Wochenbett löst sich diese feste Verankerung und die Haare können sogar büschelweise ausfallen, wachsen aber unter dem anschließend wieder einsetzenden hormonellen Zyklus nach.

Gebärmutter

Während der Schwangerschaft wächst die Gebärmutter um das 500 bis 800fache, am Ende der Schwangerschaft wiegt sie 1.000 bis 1.500 g. Die Gebärmutter ist während der gesamten Schwangerschaftsdauer mehr oder weniger aktiv. Sie zieht sich öfter am Tage zusammen. Bis zu einem gewissen Maße sind solche Kontraktionen normal. Der Gebärmutterhals wird bis zur Geburt durch zähen Schleim, den so genannten Schleimpfropf verschlossen, der das Eindringen von Bakterien verhindert.

Blut

Die Blutmenge nimmt um etwa einen Liter zu, damit füllen sich die vor allem in der Gebärmutter neu entstandenen Gefäße. Bis zu einem gewissen Maße ist eine Verschiebung der festen und flüssigen Blutbestandteile normal. Hierbei kommt es zu einem nur relativen Abfall des Blutfarbstoffgehalts Hämoglobin. Manche Schwangere bilden aber insgesamt zu wenig rote Blutkörperchen, weshalb sie Eisen- und Folsäurepräparate einnehmen sollten.

Körperhaltung

Der wachsende Bauch verändert die Körperhaltung. Mit zunehmendem Schwangerschaftsalter nimmt die werdende Mutter bei weit nach hinten gezogenen Schultern ein Hohlkreuz ein. Das beeinflusst die Statik der Wirbelsäule und kann zu Schmerzen führen. Auffallend ist oft auch, dass die Fußspitzen extrem nach außen weisen. Gegen Beschwerden sind Dehnungsübungen und Yoga hilfreich.

Psyche

Stimmungsschwankungen sind bei Schwangeren normal. Die Laune wechselt zwischen Freude und Verstimmung, Müdigkeit, Aktivität, Wohlbefinden oder Übelkeit. Nicht alles lässt sich auf die veränderte hormonelle Situation schieben. Jede Frau muss sich unter Umständen erst mit dem Gedanken vertraut machen, Mutter zu werden.

In den ersten Wochen ist die Unsicherheit noch groß und vor allem die Sorge, dass etwas passieren könnte. Das legt sich meist spätestens, wenn die ersten Kindbewegungen spürbar sind. Dann engt sich auch der Interessenkreis immer mehr auf das Kind ein - eine gute Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten zur Geburtsvorbereitung und zum Gedankenaustausch zu treffen.

 

 

 

 

 

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