Die Schwangerschaft -
Wie verändert sie meinen Körper?
Die Schwangerschaft ist die
Zeit großer und rascher Veränderungen des Körpers. Doch nicht alle
Veränderungen sind physiologisch.
Während der ersten 12
Schwangerschaftswochen stellt sich der Köper auf die Schwangerschaft ein.
Die Schwangere wird oft etwas ruhiger, beklagt aber mitunter Übelkeit und
ziehende Unterbauchschmerzen durch Dehnung der Mutterbänder. Bis zur 32.
Schwangerschaftswoche fühlen sich die meisten Schwangeren am wohlsten,
anschließend belastet das wachsende Kind manche Schwangere durch sein
Gewicht und seine Größenzunahme. Die werdende Mutter fühlt sich zuweilen
unbeweglicher.
Gewicht
Während der
Schwangerschaft ist eine Gewichtszunahme von 10 - 12 kg normal. Dabei spielt
das kindliche Gewicht eher eine untergeordnete Rolle. Vielmehr wiegen:
- Wassereinlagerungen 1 bis
3½ kg
- Fruchtwasser ½ bis 1 kg
- Plazenta ½ kg
- Gebärmutter 1 bis 1½ kg
- neu gebildetes Blut 1 kg
- neu gebildetes Gewebe (z.B. Fettgewebe) 2 kg
Das Kind wiegt in der 22. SSW
erst 400 g, in der 28. SSW rund 800 g. Auch wenn man Zwillinge bekommt,
sollte die mütterliche Gewichtszunahme nicht wesentlich höher liegen. In den
ersten drei Schwangerschaftsmonaten sollten Sie möglichst gar nicht
zunehmen, im zweiten Drittel können es bis zu 4 kg sein, im letzten Drittel
dann noch einmal 6 - 8 kg. Eine Gewichtszunahme von mehr als 20 kg ist
zumeist auf eine Überernährung oder eine fehlerhafte Zusammensetzung der
Nahrung zurückzuführen.
Eine schnelle Gewichtszunahme
von mehr als 2,5 kg in einer Woche kann Hinweis auf eine
schwangerschaftsbedingte Erkrankung sein. Kommt es zu einem
Gewichtsstillstand oder zu einer Zunahme unter 8 kg kann das ebenfalls auf
eine Erkrankung der Mutter, eine Mangelernährung oder eine kindliche
Wachstumsverzögerung hinweisen.
Brust
In den Brüsten nimmt die
Durchblutung zu, sie beginnen zu wachsen, erst werden sie nur praller,
später dann auch größer, ist das Volumen zu groß erschöpft sich die
Hautelastizität und die Brüste senken sich. Bei manchen Frauen schimmern jetzt die Blutgefäße durch. Es wird
auch schon Milch gebildet, das Kolostrum (Vormilch). Warzenhof und
Brustwarze werden dunkler.
Haut und Haare
Etwa ab dem vierten Monat
kann es zu Pigmentflecken kommen, z.B. im Gesicht. An der Mitte des Bauchs
zeigt sich eine dunkel pigmentierte Linie. Durch Wassereinlagerungen wird
die Haut straffer und kann spannen. Bei der Dehnung der Bauchdecken bekommen
etwa die Hälfte aller Schwangeren Schwangerschaftsstreifen, sie sind anfangs
blaurot, nach der Entbindung werden sie weiß.
Die Haare wachsen schneller
und sitzen jetzt fester in der Kopfhaut. Im Wochenbett löst sich diese feste
Verankerung und die Haare können sogar büschelweise ausfallen, wachsen aber
unter dem anschließend wieder einsetzenden hormonellen Zyklus nach.
Gebärmutter
Während der Schwangerschaft
wächst die Gebärmutter um das 500 bis 800fache, am Ende der Schwangerschaft
wiegt sie 1.000 bis 1.500 g. Die Gebärmutter ist während der gesamten
Schwangerschaftsdauer mehr oder weniger aktiv. Sie zieht sich öfter am Tage
zusammen. Bis zu einem gewissen Maße sind solche Kontraktionen normal. Der
Gebärmutterhals wird bis zur Geburt durch zähen Schleim, den so genannten
Schleimpfropf verschlossen, der das Eindringen von Bakterien verhindert.
Blut
Die Blutmenge nimmt um etwa
einen Liter zu, damit füllen sich die vor allem in der Gebärmutter neu
entstandenen Gefäße. Bis zu einem gewissen Maße ist eine Verschiebung der
festen und flüssigen Blutbestandteile normal. Hierbei kommt es zu einem nur
relativen Abfall des Blutfarbstoffgehalts Hämoglobin. Manche Schwangere bilden
aber insgesamt zu wenig rote Blutkörperchen,
weshalb sie Eisen- und Folsäurepräparate einnehmen sollten.
Körperhaltung
Der wachsende Bauch verändert die
Körperhaltung. Mit zunehmendem Schwangerschaftsalter nimmt die werdende
Mutter bei weit nach hinten gezogenen Schultern ein Hohlkreuz ein. Das
beeinflusst die Statik der Wirbelsäule und kann zu Schmerzen führen.
Auffallend ist oft auch, dass die Fußspitzen extrem nach außen weisen. Gegen
Beschwerden sind Dehnungsübungen und Yoga hilfreich.
Psyche
Stimmungsschwankungen sind
bei Schwangeren normal. Die Laune wechselt zwischen Freude und Verstimmung,
Müdigkeit, Aktivität, Wohlbefinden oder Übelkeit. Nicht alles lässt sich auf
die veränderte hormonelle Situation schieben. Jede Frau muss sich unter
Umständen erst mit dem Gedanken vertraut machen, Mutter zu werden.
In den ersten Wochen ist die
Unsicherheit noch groß und vor allem die Sorge, dass etwas passieren könnte.
Das legt sich meist spätestens, wenn die ersten Kindbewegungen spürbar sind.
Dann engt sich auch der Interessenkreis immer mehr auf das Kind ein - eine
gute Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten zur Geburtsvorbereitung und zum
Gedankenaustausch zu treffen.